MB-trac-Modelle (1972-1991)

Der MB-trac war einer der innovativsten Landwirtschaftstraktoren, die je in Europa produziert wurden. Von Mercedes-Benz als natürliche Erweiterung des Unimog-Konzepts konzipiert, übertrug er die Portalachstechnologie auf einen vollwertigen Landwirtschaftstraktor und gab Landwirten eine Maschine mit außergewöhnlicher Bodenfreiheit, echtem Allradantrieb und der Möglichkeit, Anbaugeräte sowohl vorne als auch hinten zu tragen. Von 1972 bis 1991 wurde der MB-trac im Gaggenauer Werk neben dem Unimog gefertigt.

Drei Generationen prägten die Geschichte des MB-trac. Die erste Generation, die Baureihe 440 (1972-1980), etablierte das Konzept mit Dieselmotoren von 65 bis 95 PS und bewies, dass Portalachstraktoren praktische landwirtschaftliche Arbeitsgeräte sein können. Die zweite Generation, die Baureihe 441 (1980-1987), brachte mehr Leistung und verbesserte Ergonomie. Die dritte und letzte Generation, die Baureihen 442 und 443 (1987-1991), steigerte die Leistung auf bis zu 300 PS.

Mercedes-Benz stellte den MB-trac 1991 schließlich ein und entschied sich, sich auf den Unimog und die Lkw-Baureihen zu konzentrieren. Die Entscheidung war kommerzieller Natur: Der MB-trac war technisch hervorragend, konkurrierte aber auf einem überfüllten Markt, der von spezialisierten Traktorenherstellern dominiert wurde. Heute sind MB-trac-Modelle bei Sammlern und Landwirten sehr begehrt, die ihre Robustheit und die Qualität der Mercedes-Benz-Technik schätzen.