Die Unimog Baureihe 427 folgte auf die früheren Heavy-Duty-Modelle der Baureihen 424 und 425. Die Baureihe 427 positionierte sich im oberen Segment der Unimog-Palette.
Die Unimog Baureihe 427 folgte auf die früheren Heavy-Duty-Modelle der Baureihen 424 und 425. Sie wurde von Mercedes für schwere Arbeiten (Heavy Duty) konzipiert und wird daher als SBU bezeichnet. Zu dieser Zeit wurden parallel die Baureihe 407 (LBU, Leichte Baureihe) sowie die Baureihe 417 (MBU, Mittlere Baureihe) vermarktet.
Die Kabine der Baureihe 427
- Die Baureihe 427 zeichnet sich durch eine geräumige und praktische Fahrerkabine aus. Das Zweipersonen-Fahrerhaus war ausgestattet mit:
- einer Dreipunkt-Aufhängung,
- einer beeindruckenden Geräuschdämmung,
- großen Fenstern,
- einer praktischen, arbeitstauglichen Grundausstattung mit Heizung, Lüftung und bequemen Sitzen.
Die Kabine kann für Wartungsarbeiten hochgeklappt werden. Sie war mit drei Sitzen oder als Doppelkabine für bis zu sieben Personen erhältlich. Unter der umklappbaren Rücksitzbank der Doppelkabine befanden sich drei Staufächer, in denen Werkzeug und andere Ausrüstung transportiert werden konnten. Der Fahrerarbeitsplatz wurde nach den neuesten ergonomischen Erkenntnissen gestaltet. Zwischen Sitz und Lenkrad war viel Platz. Das nach der bewährten Lichtdurchleuchtungstechnik gestaltete Armaturenbrett zeichnet sich durch eine übersichtliche Anordnung der Kontrollleuchten aus.
Die Baureihe 427 bietet zahlreiche Modelle
Der Unimog 427 war in zahlreichen Varianten erhältlich, sowohl als Zugmaschine als auch als Arbeitsmaschine. Die Kunden konnten zwischen kurzem und langem Radstand wählen.
Im Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten konnte die Baureihe 427 sowohl als hochwertiges Geländefahrzeug als auch als Antriebseinheit mit einer großen Vielfalt an Anbaugeräten und Sonderaufbauten für tausend und eine Anwendung genutzt werden.
Kurzradstand-Modelle der Baureihe 427
Diese Modelle haben einen kurzen Radstand von 2650 mm:
- Der U1000 war das kleinste Modell der Baureihe 427 und damit die günstigste Variante aller 427-Modelle. Sein Motor leistete 102 PS.
- Der U1200 war eine Arbeits- und Zugmaschine.
- Der U1400 entwickelte mit seinem Motor zunächst 136 PS, später 156 PS. Dieser Unimog wurde auch in einer Agrar-Version vermarktet.
- Der U1600 erhielt zunächst einen 156-PS-Motor. Ab 1992 wurde ein Sechs-Zylinder-Turbodiesel mit Ladeluftkühlung und einer Leistung von 214 PS eingesetzt.
Diese Modelle wurden von kommunalen Diensten als wendige Allrad-Arbeitsmaschinen eingesetzt. Das Schnellwechselsystem für Anbaugeräte ermöglichte einen schnellen Umbau in jede Konfiguration. Diese Vorteile verschafften dem Unimog ein breites Anwendungsspektrum im kommunalen Bereich.
- In den Sommermonaten war das Mähen eine der Hauptaufgaben des Unimog
- Im Winter war der Winterdienst stets der Schneepflug. Dank des Unimog-Geräteverriegelungssystems können selbst schwere vordere Anbaugeräte wie Schneepflüge oder Schneefräsen schnell von einer Person aufgenommen und sicher in den engsten Gassen der Innenstädte manövriert werden. Der Unimog für den Winterdienst konnte auch mit einem hydrostatischen Getriebe ausgestattet werden, das ein stufenloses Umschalten zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt ermöglichte und die Wendigkeit, die Arbeitsgeschwindigkeit und damit den Flächenertrag des allradgetriebenen Fahrzeugs erheblich steigerte.
- Zu jeder Jahreszeit wurde der Unimog zu einem unverzichtbaren Werkzeug für bestimmte Aufgaben, wie die Straßenreinigung auch in sensiblen Zeiten, dank der Lärmminderungsmaßnahmen der Unimog-Baureihen 427 und 437, die den Geräuschpegel auf 78 dB senkten.
Der Wandel in der Landwirtschaft erzwang eine Kombination aus landwirtschaftlichem und kommunalem Einsatz. Der Mehrfacheinsatz steht nun im Vordergrund. Mit seinen Terra-Reifen bewies die Baureihe 427 ihre Leistungsfähigkeit als Allrad-Geräteträger nicht nur im Winter, sondern auch im Frühjahr, Sommer und Herbst, wenn Pflanzen und Boden geschützt werden mussten. Die lastabhängige automatische Positionsregelung der Terramatic-Steuerhydraulik sorgte dafür, dass der Abstand zwischen Streuteller und Boden stets konstant blieb.
Auf der Baureihe 427 war auch das Reifendruck-Kontrollsystem Tirecontrol erhältlich, das direkt vom Fahrerhaus aus über einen Bildschirm gesteuert werden konnte. Mit diesem System kann der Druck aller vier Reifen gleichzeitig für die Bodenbearbeitung abgesenkt und für den Straßentransport wieder erhöht werden, ohne dass der Fahrer anhalten muss.
Langradstand-Modelle der Baureihe 427
Der Radstand betrug 3250 mm. Folgende Modelle sind hier zu finden:
- Der U1250,
- der U1450,
- der U1650.
Diese Modelle boten viel Platz für eine große Ladebrücke.
Geländetaugliche Modelle der Baureihe 427
- der U1250 L
- der U1450 L,
- der U1650 L.
Der Buchstabe L kennzeichnete die Geländevarianten. Diese Unimog konnten schnell die Schienen erreichen und darauf fahren, sowohl auf der Straße als auch auf dem Baustellengelände, das sich häufig abseits der befestigten Wege befand. In der Zweiwegeausführung war jedoch die bidirektionale Vorrichtung mit absenkbarer Schienenführung eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass der Unimog auf den Schienen fahren konnte. Und wenn die Arbeiten auf und neben dem Gleis wegen des vorgesehenen Zugverkehrs unterbrochen werden müssen, gibt der Unimog die Gleise innerhalb von wenigen Minuten wieder frei. Zur Optimierung des Antriebsstrangs wurde der Gelände-Unimog mit einer Drehmomentwandlerkupplung (WSK) ausgestattet.
Die Motorblock-Varianten
Der U1200 T und der U1400 T ergänzten die Unimog-Palette der Baureihe 427.
Diese Versionen wurden zu einer unverzichtbaren Basis für maßgeschneiderte Lösungen bei den unterschiedlichsten Transportaufgaben: sei es für den innerbetrieblichen Transport schwerer Lasten, als geländegängiges Spezialfahrzeug 6x4 oder 6x6 mit besonders hoher Nutzlast oder als Spezialfahrzeug für den Untertageeinsatz.
Serienmäßig mit einem Antriebsflansch für die Hinterachse ausgestattet, konnte der Unimog-Motorblock in eine wendige und schnelle 4x4-Sattelzugmaschine umgebaut werden. Mit hydraulisch höhenverstellbarem Sattelkupplungsteller und Anhängelasten bis zu 20 Tonnen wurde der Unimog als Sattelzugmaschine für Transportaufgaben in Containerterminals im weltweiten Ro-Ro-Verkehr eingesetzt.
Der Urban Unimog
Die Japaner initiierten eine Neuentwicklung in der Unimog-Palette. Der Urban Unimog wurde in Japan als Stadt- und Freizeitfahrzeug konzipiert. Diese Fahrzeuge wurden zum Transport aller Art von Sportgeräten wie Motorrädern eingesetzt. Neben einem hochwertigen, pkw-ähnlichen Innenraum ist es der Einsatz von Chrom und Edelstahl für den Frontbereich und den mehrteiligen Rohrrahmen hinter dem Fahrerhaus sowie der Metalliclack, die den japanischen Freizeit-Unimog U 1400 von den Arbeitsmodellen unterscheiden.
Varianten und Modellcodes
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 427.000 | U1200 T | Geschlossen | 125 | OM 366A | |
| 427.100 | U1000 | Geschlossen | 2650 mm | 102 | OM366 |
| 427.101 | U1200 | Geschlossen | 2650 mm | 125 | OM 366A |
| 427.102 | U1400 | Geschlossen | 2650 mm | 136/156 | OM 366A |
| 427.105 | U1600 | Geschlossen | 2650 mm | 136/156 | OM 366A |
| 427.107 | U1600 | Geschlossen | 2650 mm | 180/214 | OM 366LA |
| 427.110 | U1250 | Geschlossen | 3250 mm | 125 | OM 366A |
| 427.111 | U1250 L | Geschlossen | 3250 mm | 125 | OM 366A |
| 427.112 | U1450 | Geschlossen | 3250 mm | 136 | OM 366A |
| 427.115 | U1650 | Geschlossen | 3250 mm | 136/156 | OM 366A |
| 427.116 | U1650 L | Geschlossen | 3250 mm | 156 | OM 366A |
| 427.117 | U1650 | Geschlossen | 3250 mm | 180/214 | OM 366LA |
| 427.118 | U1650 L | Geschlossen | 3250 mm | 180/214 | OM 366LA |
Unimog U1400

Unimog U1450

Unimog U1650
Bildnachweis: Mercedes-Benz AG