Der Unimog U1000 der Baureihe 424 ergänzte die Baureihe 425 in der zweiten Hälfte des Jahres 1976. Mit diesem Modell verließ der 200.000ste Unimog das Werk Gaggenau.
Einsatzbereiche des U1000
Der U1000 wurde für vielfältige Aufgaben eingesetzt, da er dank einer großen Auswahl an Anbaugeräten und kurzen Rüstzeiten ein echtes Universalgerät war.
Der U1000 war mit einem 6-Zylinder-Motor mit 95 PS ausgestattet.
Einsatz bei Kommunen und Gemeinden
Der U1000 wurde als Geräteträger konzipiert. Er wurde daher hauptsächlich an kommunale Verwaltungen und Gemeindeverwaltungen verkauft. Der U1000 diente vorrangig dem Winterdienst und der Straßenreinigung.
Einsatz als Ackerschlepper
Der U1000 wurde auch in der Landwirtschaft eingesetzt. Er war ein robuster Allradschlepper mit moderner und sehr geräumiger Kabine.
Der U1000 T und der U1200 T
Das Modell U1000 T wurde ab Januar 1979 ausgeliefert. Es erhielt den 110-PS-Motor des 416. Seine technischen Merkmale entsprechen denen der Baureihe 424: die vollständig neu gestaltete Ganzstahlkabine mit modernem Design und das Grundgetriebe mit acht Gängen sowie einer breiten Auswahl an Varianten.
Zahlreiche Ausstattungen und Zubehörteile machten den U 1000 T zu einem gelungenen Transportkonzept für Sonderaufgaben, etwa in Kombination mit einem Niederflur-Hubwagen. Der U 1000 T als Niederflur-Hubwagen zeichnete sich durch niedrige Transportkosten aus, insbesondere im Kurz- und Mittelstreckenbereich. Er bot Lademöglichkeiten auf Bodenniveau oder stufenlos auf jede Rampenhöhe einstellbar in Kombination mit wechselbaren Ladeeinheiten, die je nach Verwendungszweck als Plattform oder als Kofferaufbau geliefert werden konnten.
Im Januar 1983 ersetzte der U1200 T den U1000 T. Der U1200 T wurde von Subunternehmern für Sonderaufgaben eingesetzt, wahlweise als Schrägstapler, als Niederflurfahrzeug mit wechselbaren Ladeeinheiten oder als Containerstapler. Als Zugmaschine konnte er bis zu 6,1 t Nutzlast befördern.
Die besondere Stärke des U 1200 zeigte sich bei landwirtschaftlichen Anwendungen, schwerer Bodenbearbeitung und der Saatbettbereitung auf großen Arbeitsflächen. Die großen Leistungsreserven dieses modernen Allradschleppers waren dabei entscheidend. Der Allradantrieb, die Differentialsperren und die Motorzapfwelle mit 540 und 1000 U/min wurden ebenfalls über das serienmäßige Druckluftsystem gesteuert. Die geräumige Ganzstahlkabine und die gute Sicht auf die Gerätebefestigungsbereiche erleichterten die Arbeit und erhöhten die Sicherheit. Die hydraulischen Doppelkreis-Scheibenbremsen mit pneumatischer und lastabhängiger automatischer Unterstützung boten ebenfalls ein zusätzliches Sicherheitsplus.
Unimog U1250
Der Unimog U1250 erschien im Mai 1984. Im Vergleich zum U1200 hat der U1250 einen Radstand von 3250 mm, also 600 mm mehr.
Die Zahl Fünfzig in der Modellbezeichnung war Langradstand-Arbeitsmaschinen vorbehalten. Der U1250 war daher als Geräteträger, Zugmaschine und Transportfahrzeug konzipiert. Er vereint die typischen Eigenschaften des bewährten Geräteträgers mit den Transportkapazitäten eines 7,5-Tonnen-Allrad-Lkw, der weiterhin mit einem Führerschein der Klasse 3 gefahren werden darf.
Der lange Radstand von 3250 mm bot viel Platz für die Ladebrücke oder größere Aufbauten. Im Gegensatz zu lkw-abgeleiteten Geräteträgern blieb der U1250 eine vollwertige Arbeitsmaschine.
Er war mit einem Turbomotor mit 125 PS ausgestattet. Hohe Achslasten vorne und hinten erlaubten das Anbringen und Montieren schwerer, leistungsstarker Anbaugeräte. Mehrere Geräte können dank der Zapfwellen vorne, in der Mitte und hinten sowie einem leistungsstarken Hydrauliksystem gleichzeitig angetrieben werden.
Unimog U1550
Der 150-PS-U1550 ergänzte das obere Preissegment der Baureihe 424. Er vereint die typischen Eigenschaften des Geräteträgers mit einer besonders hohen Transportkapazität bei einem Radstand von 3250 mm.
Das zulässige Gesamtgewicht betrug 10 500 kg, was ihn für den Einsatz mit besonders schweren Geräten, für den Winterdienst oder als Fahrgestell für schnell wechselbare Kehrmaschinen geeignet machte. Der lange Radstand bietet viel Platz für große Ladebrücken und zusätzliches Zubehör. Selbst mit Doppelkabine blieb noch ausreichend Platz für Zubehör und eine Ladefläche.
1986 ergänzte die Fahrgestellvariante U1550 L mit großer Geländegängigkeit den U1550 als Langradstand-Zugmaschine und Arbeitsmaschine.
Der U1550 profitierte von den 1987 von Mercedes vorgestellten Verbesserungen, die folgende Bereiche betrafen:
- die Schallisolierung von Motor und Getriebe,
- ein neuer Lüfter und eine zusätzlich schallisolierte Abgasanlage
- weitere spezifische Maßnahmen ermöglichten eine Reduzierung des Geräuschpegels auf 78 dB(A).
Der U1550 profitierte auch von einer ökologischen Innovation. Zum ersten Mal zeichnete sich ein Winterdienstfahrzeug durch ein Sonderverfahren aus, das den Salzverbrauch beim Streuen um mehr als die Hälfte reduzierte.
Die Ausreife des Designs der Baureihe 424 hatte zur Folge, dass sie erst zwölf Jahre später, 1988, von der Baureihe 427 abgelöst wurde.
Varianten und Modellcodes
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 424.121 | U1000 | Geschlossen | 2630 mm | 95 | OM 352 |
| 424.122 | U1200 | Geschlossen | 2650 mm | 125 | OM 352A |
| 424.126 | U1250 | Geschlossen | 3250 mm | 125 | OM 352A |
| 424.126 | U1550 | Geschlossen | 3250 mm | 150 | OM 352A |
| 424.127 | U1250 L | Geschlossen | 3250 mm | 125 | OM 352A |
| 424.127 | U1550 L | Geschlossen | 3250 mm | 150 | OM 352A |
| 424.131 | U1000 T | Geschlossen | 110 | OM 352 | |
| 424.132 | U1200 T | Geschlossen | 125 | OM 352A |
Unimog U1250

Unimog U1550

Unimog U1550 Winterdienst

Bildnachweis: Mercedes-Benz AG