Bis zum Erscheinen der Baureihe 406 wurden alle Unimog-Varianten aus ähnlichen Baugruppen gefertigt. Die ursprünglichen Modelle U 2010 und L 401 entwickelten sich nach und nach zu einer ganzen Fahrzeugfamilie. Deshalb wurde das Unimog-Programm ab 1963 mit der neuen Baureihe 406 erweitert, was durchaus im Interesse der Aufbauhersteller lag.
Der Radstand dieses neuen Mercedes-Benz Unimog betrug 2380 Millimeter.
Der U 406 blieb dem ursprünglichen Konzept und den technischen Elementen der Vorgängerversionen stets treu. Nach drei Jahren wurde das Modell U 65 durch den U 70 abgelöst, der wiederum dem U 80 Platz machte. Ab 1971 wurde mit dem Typ U 84 ein Fahrzeug der Oberklasse angeboten.
Die 406, der meistverkaufte Unimog
Obwohl der Unimog 406 mehrere Aktualisierungen erfuhr, wurde er den Kunden 18 Jahre lang bis Ende 1989 angeboten. Die Modelle 406.120 und 406.121 machten 96 % aller je gebauten U 406 aus.
Der 65-PS-Motor des Unimog 406
Gleichzeitig hielten leistungsstärkere Dieselmotoren Einzug unter der kurzen Haube des Unimog 406. Die 65 PS eines Vierzylindermotors, bald übertroffen vom legendären hubraumstarken Sechszylinder-Dieselmotor OM 312 (5,7 Liter), setzten den neuen Massstab in Sachen Motorleistung. Dieser neue Unimog wurde U 65 genannt.
Die Ziele von Mercedes mit dem U 406
Die neue Baureihe 406 war auf Motor, Fahrerhaus, Antrieb, Achsen, Gerätemontagemöglichkeiten, Rahmen und Achslasten ausgerichtet. Die bewährten Unimog-Baugruppen sollten im Wesentlichen übernommen oder beibehalten werden.
Das Fahrgestell wurde entsprechend dem längeren Radstand von 2380 mm, den höheren zulässigen Gewichten und der deutlich gesteigerten Motorleistung neu gestaltet. Die Achsen wurden optimiert und das Getriebe an die höhere Leistung angepasst.
Im Lastenheft waren drei Fahrerhauskonfigurationen mit Dreipunktaufhängung vorgesehen:
- Faltdach,
- Ganzstahlkabine,
- Ganzstahl-Doppelkabine.
Anfangs war die Kabinenproduktion durch die Fertigungskapazitäten begrenzt. Für eine Ganzstahlkabine war mindestens eine 1000-Tonnen-Hydraulikpresse in der Presserei Gaggenau erforderlich, die Anfang der 1960er Jahre noch nicht verfügbar war.
Viele Spezifikationen und Daten änderten sich im Laufe der Produktion und wurden den Wünschen der Kunden und Aufbauhersteller angepasst.
Mit der Baureihe 406 vervollständigte Daimler-Benz das Programm durch ein echtes Mehrzweckfahrzeug, das sowohl auf der Strasse als auch im Gelände einsetzbar war, was dem Mercedes-Benz Unimog völlig neue Möglichkeiten eröffnete.
Varianten und Modellcodes
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 406.120 | U900, U70, U80, U84, U65 | Offen | 2380 mm | 65/70/80/84 | OM 352 |
| 406.120 | U65 | Offen | 2380 mm | 65 | OM 312 |
| 406.121 | U900, U70, U80, U84, U65 | Geschlossen | 2380 mm | 65/70/80/84 | OM 352 |
| 406.121 | U65 | Geschlossen | 2380 mm | 65 | OM 312 |
| 406.130 | U65 T, U70 T | Offen | Triebkopf | 70 | OM 352 |
| 406.130 | U65 T, U70 T | Offen | Triebkopf | 65 | OM 312 |
| 406.131 | U65 T, U70 T | Geschlossen | Triebkopf | 70 | OM 352 |
| 406.131 | U65 T, U70 T | Geschlossen | Triebkopf | 65 | OM 312 |
| 406.133 | U80 T | Offen | Triebkopf | 80 | OM 352 |
| 406.140 | Offen | 2900 mm | 100 | OM 352 | |
| 406.141 | Geschlossen | 2900 mm | 100 | OM 352 | |
| 406.142 | U900, U84, U100 | Offen | 2380 mm | 84/100/110 | OM 352 |
| 406.143 | U900, U84, U100 | Geschlossen | 2380 mm | 84/100/110 | OM 352 |
| 406.145 | U900, U84 | Geschlossen | 2380 mm | 84 | OM 352 |
| 406.170 | |||||
| 406.171 | |||||
| 406.200 | Offen | 2900 mm | 100/110 | OM 352 |
Unimog U65

Unimog U70T

Unimog U84
Unimog U900
Bildnachweis: Mercedes-Benz AG