Im April 1966 brachte Mercedes den Unimog U54 heraus, das erste Modell der Baureihe 403. Das erste Modell der Baureihe 413 erschien 1969 mit dem U80, der später zum U800L wurde.
Die Baureihe Unimog 403
Die Modelle U54, U66 und U72 wurden von Mercedes während der Produktionszeit der Baureihe 403 vorgestellt.
Der Unimog U54: technische Merkmale
Äusserlich ist der U54 der Baureihe 406 sehr ähnlich:
- ein Radstand von 2380 mm,
- ein Fahrerhaus mit kurzem Vorbau und verändertem Kühlergrill, der eine optimale Sicht auf Fahrbahn und Frontanbaugeräte bot,
- verbreiterte Türen mit einem Trittbrett hinter dem Vorderrad,
- das angehobene Fahrerhaus, das den Zugang zu Motor und Antrieb für Wartungs- und Reparaturarbeiten erheblich erleichterte.
Er war als offenes Fahrerhaus mit Allwetterverdeck oder als vollständig geschlossenes Stahlfahrerhaus mit grossen Fenstern und praktischer, arbeitsorientierter Grundausstattung erhältlich. Dazu gehörten unter anderem Warmwasser- und Frischluft-Heizsysteme, Belüftung und Windschutzscheibenenteisung sowie bequeme Sitze. Hinter dem Fahrerhaus befand sich eine leicht abnehmbare Ladeflächenhilfsplattform auf vier Kugelgelenken, unter der sich das Reserverad befand.
Geländeleistung
Der U54 zeigt hervorragende Geländeleistungen. Er kann Hindernisse und Vegetation sicher überwinden. Die Achsrohre und das Differential lagen oberhalb der Radmitte und ermöglichten so eine extrem hohe Bodenfreiheit bei einem verhältnismässig tiefen Schwerpunkt. Vorder- und Hinterachse waren zudem baugleich.
Motor und Getriebe des U54
Es standen sechs verschiedene Getriebeversionen zur Auswahl.
Wie die Typenbezeichnung vermuten lässt, war der U54 mit einem 54-PS-Dieselmotor ausgerüstet. Die Baureihe 403 war mit dem Vierzylindermotor OM 314 ausgestattet.
Der Unimog U66 erschien 1969
Die wichtigste Neuerung beim U66, neben der auf 66 PS gesteigerten Motorleistung, waren die Scheibenbremsen an allen vier Rädern.
Für den U66 waren folgende Ausrüstungsvarianten erhältlich:
- das Getriebe,
- der Sonderzapfwellenantrieb,
- die pneumatische und hydraulische Ausrüstung,
- Rahmen und Fahrgestell,
- Motor und Instrumente.
Der U72 erscheint 1976
Die Leistungssteigerung des Motors führte beim U72 zu einem neuen Modell. Es ist zu beachten, dass er mit der Änderung der Nummerierung anschliessend zum U800 wurde.
Das Angebot an Sonderausstattungen wurde immer umfangreicher, zum Beispiel:
- Hydraulikanlage mit doppeltem Regelventil,
- Steckdosen vorne und hinten,
- Dreipunkt-Heckkraftheber,
- Anhängeschiene und ein Servotrak (mechanischer Raddruckverstärker),
- Reifen 14,5-20/10 PR, empfohlen für land- und forstwirtschaftliche Anwendungen.
Unimog Baureihe 413
Die Baureihe 413 hatte einen längeren Radstand als die 403. Dadurch waren die Unimogs dieser Baureihe echte Allrad-Lastkraftwagen.
Der U80, später U800L
Die Baureihe 413 mit dem U80 war in der Standardausführung mit zweierlei Fahrerhauskonfigurationen erhältlich: mit Faltdach-Doppelkabine, Dreipunktaufhängung und einstellbarer Höhe sowie als vollständiges Stahldach-Fahrerhaus. Mit dem äusseren Erscheinungsbild und den technischen Eigenschaften des Unimog der Baureihe 416, jedoch mit dem 72-PS-Vierzylinder-Direkteinspritz-Dieselmotor, war der U80 (U800 L) aufgrund seines langen Radstands von 2900 mm in erster Linie als geländegängiger Allrad-Lastkraftwagen konzipiert.
Der U80 bzw. U800L konnte auf Wunsch in der administrativen Lastkraftwagenversion geliefert werden. Die Einstufung als Lastkraftwagen führte zu einer Reduzierung der Anhängelast. Ein Lastkraftwagen musste 6 PS pro Tonne Gesamtgewicht haben, ein Traktor nur 3 PS; welche Einstufung gewählt wurde, hing vom vorgesehenen Verwendungszweck ab. Als Lastkraftwagen war unter Umständen eine höhere Strassengeschwindigkeit zulässig, während ein Traktor zwei Anhänger ziehen konnte, was für Landwirte oder auch für Schausteller nützlich war und dem Lastkraftwagen verwehrt blieb.
Die Unimogs der Baureihe 413 ähnelten der Baureihe 416. Das einzige Unterscheidungsmerkmal war der Vierzylindermotor, für den das Werk eine Leistung von 72 PS angab. Die Verkaufszahlen der Baureihe 413 blieben sehr gering. Dies erklärt sich durch das Erscheinen einer neuen Generation von Unimogs: die eckiger gestalteten Baureihen 424, 425 und 435.
Varianten und Modellcodes
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 403.120 | U54, U54 A, U54 F, U54 L | Offen | 2380 mm | 54 | OM 314.916 |
| 403.121 | U54, U54 A, U54 F, U54 L | Geschlossen | 2380 mm | 54 | OM 314.916 |
| 403.122 | U66, U66 A, U66 F, U66 L | Offen | 2380 mm | 66 | OM 314.917 |
| 403.123 | U66, U66 A, U66 F, U66 L | Geschlossen | 2380 mm | 66 | OM 314.917 |
| 403.122 | U800, U800 A, U800 F, U800 L | Offen | 2380 mm | 72 | OM 314.917 |
| 403.123 | U800, U800 A, U800 F, U800 L | Geschlossen | 2380 mm | 72 | OM 314.917 |
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 413.110 | U72, U80, U800 L | Offen | 2900 mm | 72/80 | OM 314 |
| 413.111 | U72, U80, U800 L | Geschlossen | 2900 mm | 72/80 | OM 314 |
Unimog U54

Unimog U54

Bildnachweis: Mercedes-Benz AG