Die Baureihe 416 wurde ab 1965 produziert und basierte auf der Baureihe 406, von der sie sich durch einen optional längeren Radstand von 2900/3400 mm gegenüber dem 2380-mm-Radstand der 406 unterschied. Dies ermöglichte längere Aufbauten und höhere Nutzlasten. Der Unimog U416 blieb bis 1994 in Produktion; die Gesamtstückzahl belief sich auf 45 544 Einheiten, verteilt auf 21 Modelle. Die Fahrgestelle der Baureihe 416 wurden auch als Basisfahrzeuge für Sonderfahrzeuge anderer Hersteller eingesetzt.
Die 416 als Sattelzugmaschine
Durch die Montage einer Sattelkupplung kann der Unimog 416 mit kurzem Radstand nun als Sattelzugmaschine eingesetzt werden, was beim Unimog 406 aufgrund seines kürzeren Radstands nicht möglich war.
Das lange Fahrgestell war in erster Linie für den Einsatz als Arbeitsmaschine mit Sonderaufgaben vorgesehen, etwa als Trägerfahrzeug für sperrige Frontanbaugeräte oder als geländegängiger Lastkraftwagen.
Ausstattung des Unimog 416
Der U 416 konnte mit vielen Ausstattungsdetails des U 406 geliefert werden.
Am Heck hatte der U 416 zwei Rahmenhinterüberhänge, 425 mm und 905 mm. Der kurze Rahmenhinterüberhang entsprach dem des U 406, und der lange Rahmenhinterüberhang war für Kunden mit Sonderaufbauten vorgesehen, etwa für Feuerwehren.
Der kurze Hinterüberhang bot den Raum zwischen Fahrerhaus und Ladefläche für Kranaufbauten, Seilwinden oder grosse Werkzeugkästen aufgrund der günstigeren Statik. Dieser Freiraum war natürlich auch ideal für die fünfsitzige Doppelkabine. Mit dem kurzen Rahmenhinterüberhang (425 mm) wurde die Sattelkupplung angeboten, da der lange Radstand des U 416 mehr Fahrstabilität und Manövrierfähigkeit bot als der U 406.
Unimog U80
Gegenüber dem 406 bestand die Neuerung beim 416 U80 in der Verlängerung des Radstands um 520 mm auf 2900 mm. Die neue Unimog-Baureihe 416 war in zwei verschiedenen Rahmenlängen erhältlich, kurz (4207 mm) und lang (4687 mm).
Die ersten Modelle mit offenem oder geschlossenem Fahrerhaus waren mit dem 80-PS-Sechszylinder-Direkteinspritz-Dieselmotor Typ OM 352 (BM 353.902) ausgerüstet.
Unimog U90
Der U 90 ersetzte den U 80 im Januar 1969. Er galt als leistungsstarker und wendiger Traktor für den Gütertransport auf kurzen Strecken.
Der U 90 war mit dem Sechszylinder-Direkteinspritz-Dieselmotor OM 352 ausgerüstet, der vom Motor der Serienfahrzeuge abgeleitet war. Er entwickelte eine Maximalleistung von 126 PS, die beim U 90 auf 90 PS bei 2800 U/min reduziert wurde.
Unimog U100 und U110
1969 brachte Daimler-Benz den Unimog U 100 auf den Markt. Mit seiner Leistung von 100 PS entsprach der Traktor den Anforderungen des Gütertransports auf kurzen Strecken. Er war für den Kurzstreckentransport und den Werksinterntransport zum Rangieren konzipiert.
Der U100 wies ebenfalls die Besonderheiten der Baureihe 416 auf: Sein Radstand wurde auf 2900 mm verlängert, um eine Sattelkupplung, eine Doppelkabine oder spezielle Arbeitsgeräte aufnehmen zu können. Die 100-PS-Version der Unimog-Baureihe 416 blieb nur bis Ende 1970 im Programm und wurde durch den U 110 ersetzt, dessen Leistung auf 110 PS gesteigert wurde.
Der Unimog war erstmals als Fahrgestellvariante in einer sogenannten “Lastkraftwagen”-Ausführung erhältlich.
Der Unimog 416 mit 100-PS-Motor wurde nicht nur als Strassentraktor, Arbeitsmaschine oder Trägerfahrzeug eingesetzt, sondern fand im Rahmen internationaler Militäreinsätze zunehmend Verwendung als leichter Geländelastkraftwagen der NATO-Klasse, sofern ihm gegenüber dem Unimog S wegen seines Dieselmotors der Vorzug gegeben wurde.
Die 416 war als Mitteltransporter und Zugmaschine für den Materialtransport bis 2,5 t zugelassen (mit einem Radstand von 3400 mm bis 3,0 t). Der 90-Liter-Tank ermöglichte eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern auf der Strasse bei einem Verbrauch von etwa 19 Litern/100 km.
U1100 L, das Geländefahrzeug
Der U 1100 L, Modell 416.114 der Baureihe 416, ist ein leistungsstarkes Geländefahrzeug und eines der leistungsfähigsten je gebauten Nutzfahrzeuge. Seine Geländetauglichkeit in Verbindung mit seiner Robustheit und Zuverlässigkeit ist bemerkenswert. Sein Hochleistungsfahrgestell zeichnet sich durch geringes Gewicht, Fahrstabilität, einen geknickten Rahmen und eine grosse Reifenaufstandsfläche mit grösstmöglicher Achsverschränkung aus.
Der U 1100L ist wendig und dank seines verhältnismässig geringen Gewichts fast mit einem Geländefahrzeug vergleichbar. Die Räder PR 12,5-20/10 sind im Vergleich ebenfalls enorm gross und für den Geländeeinsatz geeignet. Der U 1100 L ist das am häufigsten gebaute Modell der Baureihe 416.
Neue Bezeichnungen der Baureihe 416
Ab Mitte der 1970er Jahre erhielt die Baureihe 416 verschiedene Verkaufsbezeichnungen, die nun auf dem gerundeten Zehnfachwert der Motorleistung basierten. Der U 100 mit einem Radstand von 2900 mm heisst nun U 1100 und erhält die Bezeichnungen BM 416.140 (Faltdach) und 416.141 (Ganzstahlkabine).
Die Fahrgestellvariante U 100 wurde zum U 1100 L, während die offene Version U 100 L (BM 416.114) beibehalten wurde.
Varianten und Modellcodes
| Modell | Bezeichnung | Fahrerhaus | Radstand | Leistung (PS) | Motor |
|---|---|---|---|---|---|
| 416.114 | U100, U110, U1100 L | Offen | 2900 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.115 | U100, U110, U1100 L | Geschlossen | 2900 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.116 | U100, U110, U1100 L | Offen | 3400 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.117 | U100, U110, U1100 L | Geschlossen | 3400 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.122 | U80, U90 | Offen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.123 | U80, U90 | Geschlossen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.124 | U80, U90 | Offen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.125 | U80, U90 | Geschlossen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.126 | U80, U90 | Offen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.1127 | U80, U90 | Geschlossen | 2900 mm | 80/90 | OM 352 |
| 416.130 | U80 T, U90 T | Offen | Triebkopf | 80/90 | OM 352 |
| 416.133 | U80 T, U90 T | Geschlossen | Triebkopf | 80/90 | OM 352 |
| 416.134 | U100 T, U110 T, U1100 T | Offen | Triebkopf | 100/110 | OM 352 |
| 416.135 | U100 T, U110 T, U1100 T | Geschlossen | Triebkopf | 100/110 | OM 352 |
| 416.140 | U100, U110, U1100 L | Offen | 2900 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.141 | U100, U110, U1100 L | Geschlossen | 2900 mm | 100/110 | OM 352 |
| 416.160 | |||||
| 416.162 | U1100 L, U125 | Offen | 2900 mm | 125 | OM 352 |
| 416.163 | U1100 L, U125 | Geschlossen | 2900 mm | 125 | OM 352 |


Fotogalerie Unimog Baureihe 416
Bildnachweis: Mercedes-Benz AG